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Donnerstag, den 14.01. 2010 12:17 Von: Christine Gediga

Über das Leben mit Behinderung in Weißrussland

m|c Mitarbeiterinnen informieren über Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Minsk


Am Freitag, 22. Januar 2010 veranstalten Mitarbeiterinnen des Martinsclub Bremen e. V. im NAHBEI, Findorffstraße 108 ab 19.30 Uhreinen Info-Abend zum Thema „Leben mit Behinderung in Weißrussland – ist es wirklich ein Leben?“. Sie berichten über ihre Eindrücke beim Besuch verschiedener Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Minsk und zeigen Fotos. Außerdem gibt es einen belarussischen Eintopf zu genießen.
Die Reisenden aus Bremen – Reiseführer war der Verein Kanikuli e. V., der sich von Deutschland aus für Menschen mit Behinderungen in Weißrussland einsetzt – besuch-ten beispielsweise eine Werkstatt der belarussischen Vereinigung zur Unterstützung von Kindern und jungen Menschen mit Behinderungen BeLAPDliMI, in der die Menschen ähnlich wie in der Werkstatt Bremen arbeiten, aber ihre Produkte nicht verkaufen, sondern nur verschenken dürfen.
Die Mitarbeiterinnen lernten, dass belarussische Väter bei der Geburt eines behinderten Kindes meist die Familie verlassen, so dass die Betreuung und finanzielle Versorgung der Mutter überlassen ist. Hier gibt es kirchliche Hilfe, wie z. B. die Organisation Tarasowo.
Auch staatliche Einrichtungen gibt es. Hier machten die Martinsclub-„Austauschschüler“ die Erfahrung, dass es zwar Kunsttherapie und beeindruckende Theaterprojekte gibt, dass die Menschen andererseits eingesperrt mit Gittern vor den Fenstern leben, und ihr Hab und Gut in einer Plastiktüte mit sich herumtragen. 70 Personen wohnen hier beispielsweise in einer Gruppe.
Grundsätzlich ist der Staat nicht sonderlich engagiert und interessiert, wenn es um Lebensqualität und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen in Weißrussland geht. Das zu ändern, setzen sich Kanikuli und – seit ihrem Besuch – auch die Martinsclub-Mitarbeiterinnen ein.