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m|c News
Starker Ausdruck und ein harmonisches Zusammenspiel
Tanzfestival "eigenARTig" zeigte ungewöhnliche Choreografien mit Tänzern aus dem Senegal, Schweden und Deutschland
Der Moderator strahlt das Publikum an und hält seinen Talk-Gästen das Mikro ins Gesicht. Doch die wollen nicht. „HELDEN“ heißt das Stück, das im Rahmen des inklusiven Tanzfestivals eigenARTig zu sehen war, und das eben vier Helden (Neele Buchholz, Doris Geist, Frank Grabski und Sven Cenk Halberstadt) in einer Show auftreten lässt. Das Ungewöhnliche an der Choreografie von Felix Landerer: Diese Helden sind eigenwillig und lassen sich nicht instrumentalisieren. Sie kennen ihre Grenzen und ihre Potentiale, sie machen nicht das, was sie nicht wollen, versuchen nicht das, was sie nicht können – ganz im Gegensatz zum Showmaster und seinen zwei Assistentinnen, gespielt von Armin Biermann, Jenny Ecke und Corinna Mindt.
Die drohen an ihrer Inszenierung zu zerbrechen. Hinter der glänzenden Fassade schimmert immer stärker Verzweiflung und Abgeschlagenheit durch. Und so weichen die Grenzen auf zwischen dem perfekten Schein und dem vermeintlich unzulänglichen Sein – und zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.
Während des Stücks gehen die sieben Darsteller Beziehungen zueinander ein, lösen sie wieder auf, tanzen Dialoge und decken viele Emotionen durch Ausdruck und Bewegung ab. Mit trockenem Witz, kleinen Gestiken, ausdrucksstarker Mimik, gekonnten Raumchoreografien und in Zeitlupe gegossenen Bewegungsabläufen hat die Tanzgruppe es geschafft, das Publikum für sich einzunehmen.
HELDEN ist aus dem Training des Bremer Vereins tanzbar_bremen für professionelle Tänzer und bühnen-erfahrene Teilnehmer mit Beeinträchtigungen entstanden - und eines der drei Stücke, die in diesem Jahr auf dem Festival für integrativen zeitgenössischen Tanz gezeigt wurden. Mit TERRAINS DÉCOUVERTS der Gruppe DIN A 13 tanzcompany (Deutschland / Senegal) und OBSCURO der Gruppe Spinn aus Schweden haben die Veranstalter auch geografisch über den Tellerrand geschaut. Mystik, Alltag und körperliche Hilfsmittel - wie Krücken - bezog die DIN A 13 company in ihrer Darstellung mit ein, während die skandinavische Tanzgruppe Spinn vor allem Grenzgänge des Miteinanders thematisierte. Neben den Aufführungen standen auch Workshops, öffentliches Tanztraining und Publikumsgespräche auf dem Programm.
„Die, die hier waren, haben sich sehr wohl gefühlt“, sagt Angelika Wunsch und meint damit sowohl die Tanz-Ensembles als auch das Publikum. Die Organisatorin des Festivals berichtet von einem sehr gemischten Publikum, von regen Publikumsgesprächen und voll belegten Workshops, zu denen auch Teilnehmer aus Berlin, Osnabrück, Hamburg und Bielefeld kamen. Auch den Martinsclub wollte sie nicht unerwähnt lassen, der unter anderem die Tänzer aus dem Senegal vom Flughafen abgeholt und wieder zurückgebracht hat. „Dass wir uns auf den m|c so gut verlassen können“, sagt sie, „finden wir toll“.
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