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Donnerstag, den 08.12. 2011 16:00 Von: Christina Ruschin

Mit frischem Wind Barrieren wegräumen

Satter Austausch und viele Ideen: Erster Workshop „Inklusive Stadt Bremen“ fand am 30. November im Martinsclub statt


"Erstmal Gratulation für das gestrige Treffen“ schreibt Rebecca Marent von der Jugend-Atelierwerkstatt „GuckMal“ in Osterholz. Marent war eine von etwa 50 Teilnehmern am Workshop „Inklusive Stadt Bremen“. Interessierte und Vertreter aus kulturellen, sozialen und politischen Institutionen, Stiftungen und Vereinen sind am 30. November zusammengekommen, um über ein Thema zu sprechen, das immer mehr unter den Nägeln brennt und doch schwer zu fassen ist: Inklusion im Stadtteil.

Netzwerke schaffen, Informationen austauschen und herausfinden, was im Quartier getan werden kann, um Inklusion praktikabel und attraktiv zu gestalten – so fassten Nikolai Goldschmidt und Marco Bianchi die Ziele des Abends zusammen. Die beiden Veranstalter des Projektes „Inklusive Stadt Bremen“ freuten sich über das große Interesse und die rege Beteiligung am von Aktion Mensch geförderten Workshop.


Ob Volkshochschule, Jugendamt Walle, Quartiersmanagement, Arbeiterwohlfahrt, Werder Bremen oder Schulen: Praktisch alle Gäste brachten Erfahrungen zum Thema Inklusion mit, wollten sich der Thematik weiter nähern – und hatten ein großes Bedürfnis nach Austausch und Vernetzung.

Auch Schwierigkeiten, beispielsweise durch Berührungsängste, waren Thema. Und bei dem Attribut „für alle“ fühlten sich Menschen mit Behinderung gar nicht erst angesprochen schilderten mehrere Beteiligte. Um das zu ändern, müssen Zugänge geschaffen und Denkbarrieren abgebaut werden, war man sich einig. Zum Beispiel durch Straßenfeste, Sport- und Freizeitangebote, die zwar inklusiv sind, aber nicht so benannt werden. Man könne die Straßenbahn als inklusiven Begegnungsort noch stärker nutzen und durch inklusive Kurse in Frühförderzentren die Heterogenität fördern.

Gelebte Inklusion im Stadtteil durch barrierefreie Zugänge, Kneipenbesuche, inklusive Wohngemeinschaften oder durch einen Stadtplan mit praktischen Tipps für Menschen mit Beeinträchtigungen kamen ebenfalls auf den Tisch. Auch politisch ließe sich einiges bewegen: Mit einer Rechtsberatung für Betroffene, die auf Barrieren treffen. Oder den Gebrauch Leichter Sprache im öffentlichen Raum. Und einem Portal, beziehungsweise einem „Mängelmelder“ auf den Websites der Bremer Politik – so ein Vorschlag der Teilnehmer.

Zufrieden und mit vielen Anregungen gingen die Beteiligten nach drei Stunden intensivem Austausch in den Feierabend. „Schön, dass es so viele Ideen gab! Man merkt auch ganz deutlich, dass es noch viel Gesprächsbedarf gibt“, fasste Nikolai Goldschmidt das Ergebnis zusammen: „Wir stehen erst am Anfang, aber sind wegen der überraschend großen Resonanz sehr optimistisch!“

Eine detaillierte Auflistung der Ideen und Anregungen ist auf der Website www.inklusive-stadt-bremen.de zu finden. Dort können zukünftig auch inklusive Veranstaltungen und Projekte gepostet werden. Auch ein Stadtplan ist dort zu finden, in den sich inklusive Projekte und beteiligte Organisationen eintragen können.

Der nächste Workshop findet am 31. Januar statt. Dazu sind alle herzlich eingeladen! Bitte anmelden bei Marco Bianchi oder Nikolai Goldschmidt, Info@inklusive-stadt-bremen.de oder telefonisch unter 0421 / 53747- 681.