m|c News

Mittwoch, den 13.04. 2011 15:07 Von: Christine Gediga

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“

Bürgermeister Böhrnsen und Ehrenbürger Hübotter gaben beim 3. Sozialpolitischen Gipfeltreffen im m|Centrum Beispiele für Leben in Würde


Das dritte und letzte „Sozialpolitische Gipfeltreffen“ im m|Centrum am vergangenen Dienstag war mit  knapp 80 Interessierten wieder gut besucht. Der Martinsclub Bremen e. V. hatte SPD-Spitzenkandidat Jens Böhrnsen und Ehrenbürger Prof. Dr. Klaus Hübotter eingeladen, über das Thema: „Verantwortung für eine soziale Gesellschaft – was geht mich das an?" zu sprechen.  

Während Klaus Hübotter seine 11 Gebote für eine soziale Gesellschaft vortrug, war für Jens Böhrnsen klar, dass sich eine soziale Gesellschaft durch ein Leben in Würde ausdrücke. „Ein Leben in Würde heißt, teilzuhaben an der Gesellschaft“, sagte er wörtlich. Und das gehe darüber hinaus, dass der Staat eine Wohnung stellt, wenn man sich keine leisten kann oder für ausreichend Nahrung sorgt, wenn jemand das nicht selbst kann.  Hübotters 11 Gebote umfassten alle Themen von der Schule und Bildung über die Bekämpfung der Kinderarmut, Kultur- und Sozialpolitik – Arbeiten um zu leben, nicht umgekehrt – Energiewirtschaft, Leistungsgesellschaft bis hin zur Selbstständigkeit Bremens und der Bekämpfung von Ausländerfeindlichkeit und Nazismus. Zu jedem Punkt gab er Denkanstöße zur Verbesserung in Hinblick auf eine sozialere Gesellschaft ab. So sprach er sich beispielsweise für Inklusion statt Eliteschulen aus. Jeder solle die gleichen Chancen im Leben haben.

Welche Rolle für eine soziale Gesellschaft die Politik, die Wirtschaft und jeder einzelne spielen, darüber waren sich die beiden Gäste fast einig. Klaus Hübotter forderte, die soziale Komponente in der Politik zu stärken und die Wirtschaft weniger in den Vordergrund zu stellen. Jens Böhrnsen ergänzte diese Forderung mit dem Hinweis, dass die Wirtschaft bei allem, was sie tue, immer die soziale Gestaltung im Kopf haben müsse, dass aber auch jeder einzelne die Pflicht habe, sich für andere einzusetzen und zu engagieren. „Eine soziale Gesellschaft ist eine solidarische Gesellschaft“.